Wirkstatt in Rödental eröffnet
Neuer Raum für Gründungsideen mit gesellschaftlicher und ökologischer Wirkung
Bei sommerlichen Temperaturen wurde in Rödental ein neuer Ort für wirkungsorientiertes Gründen im Coburger Land eröffnet: die Wirkstatt im ehemaligen Stadtcafé am Bürgerplatz.
Mit der Wirkstatt entsteht ein Raum für Gründerinnen und Gründer, Projekte und Initiativen, die mit ihren Ideen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein möchten, sondern auch gesellschaftlich oder ökologisch etwas bewegen wollen. Bis zum 30. September 2026 steht der Raum kostenfrei zur Verfügung – etwa als Büro auf Zeit, als Popup-Ladengeschäft, für Workshops, Seminare, Veranstaltungen oder zum Ausprobieren eines konkreten Geschäftsmodells.
Ein Abend, der zeigte: Wirkung braucht Netzwerke
Zur Eröffnung war der Raum voll besetzt. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Hochschule, Unternehmen, Sozialverbänden, Gastronomie, Gründungsszene und regionalen Netzwerken kamen zusammen. Genau diese Mischung macht deutlich, worum es bei der Wirkstatt geht: um Austausch, Sichtbarkeit, neue Kontakte und die gemeinsame Gestaltung von Zukunft im Coburger Land.
Denn Gründung bedeutet heute für viele Menschen mehr als schnelles Wachstum und Umsatz. Immer häufiger geht es auch um die Frage, welche Wirkung ein Unternehmen entfalten kann: für Teilhabe und Inklusion, für Nachhaltigkeit, für regionale Wertschöpfung, für neue Formen des Arbeitens oder für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.
Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Coburg möchte diese Form des Unternehmertums sichtbarer machen und gezielt unterstützen. Als Regionalpartner des Social-Startup-Hub Bayern der Social Entrepreneurship Akademie bietet sie mit der Wirkstatt nun einen konkreten Ort, an dem Ideen ausprobiert, weiterentwickelt und mit den richtigen Menschen vernetzt werden können.

Social Entrepreneurship praktisch gedacht
Social Entrepreneurship verbindet unternehmerisches Denken mit gesellschaftlichem oder ökologischem Mehrwert. Dabei kann es um sehr unterschiedliche Themen gehen: soziale Dienstleistungen, Bildungsangebote, nachhaltige Produkte, Inklusionsprojekte, regionale Kreislaufwirtschaft oder auch neue Nutzungskonzepte für leerstehende Räume.
Die Wirkstatt soll genau für solche Ansätze offen sein – unabhängig davon, ob eine Idee noch ganz am Anfang steht oder bereits ein konkretes Geschäftsmodell getestet werden soll. Interessierte können den Raum zeitlich befristet nutzen, Formate ausprobieren, sichtbar werden und gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung besprechen, welche Nutzung für ihr Vorhaben sinnvoll ist.

Impulse von Thomas Hirschberger und Dr. Christian Frühwald
Ein Höhepunkt der Eröffnung war das Bühnengespräch zwischen Thomas Hirschberger, Gründer der Gastro-Ketten Sausalitos und Hans im Glück, und Dr. Christian Frühwald, Pfarrer, Unternehmer und Gründer unter anderem von inclou. und KISOI.
Im Mittelpunkt standen Fragen, die auch für die Wirkstatt zentral sind: Wie entstehen tragfähige Geschäftsmodelle? Wie lassen sich Ideen skalieren? Welche Herausforderungen gibt es auf dem Weg vom Konzept zum Unternehmen? Und wie können Inklusion, soziale Verantwortung und wirtschaftliches Denken zusammenwirken?
Gerade der Blick in die Gastronomie zeigte, wie anspruchsvoll und zugleich chancenreich es ist, gesellschaftliche Verantwortung unternehmerisch zu denken – von der Entwicklung neuer Konzepte bis hin zur praktischen Umsetzung im Betrieb.
Besonders wertvoll war dabei auch der offene Blick auf die Praxis: Thomas Hirschberger sprach im Bühnengespräch nicht nur über erfolgreiche Ansätze, sondern auch darüber, woran Inklusion in seinen Unternehmen manchmal gescheitert ist – und welche Lernprozesse daraus entstanden sind.

Regionale Beispiele für Unternehmertum mit Wirkung
Mit inclou. und KISOI stellten sich außerdem zwei Coburger Unternehmen vor, die auf unterschiedliche Weise zeigen, was wirkungsorientiertes Unternehmertum praktisch bedeuten kann.
inclou. begleitet Unternehmen beim Thema Inklusion – von großen Konzernen bis hin zu regionalen Vorhaben wie dem Inklusionscafé Mama Ulli’s in Bad Rodach. Dabei geht es darum, Teilhabe im Arbeitsleben konkret umzusetzen und Betriebe auf ihrem Weg zu mehr Inklusion zu unterstützen.
KISOI widmet sich der Reaktivierung von Leerstand und der Transformation sozialer und kirchlicher Immobilien. Damit verbindet das Unternehmen unternehmerische Projektentwicklung mit Fragen von Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und einem bewussten Umgang mit bestehenden Flächen.
Beide Beispiele passen sehr gut zur Idee der Wirkstatt: Wirkung entsteht dort, wo unternehmerische Lösungen auf gesellschaftliche Herausforderungen treffen.

Raum für Ideen – gesucht werden Nutzerinnen und Nutzer
Mit der Eröffnung beginnt nun die eigentliche Nutzung der Wirkstatt. Gesucht werden Gründerinnen und Gründer, Teams, Projekte und Initiativen mit sozialer oder ökologischer Ausrichtung.
Der Raum eignet sich unter anderem für:
- frühe Gründungsideen, die einen Ort zum Arbeiten und Weiterdenken suchen
- konkrete Geschäftsideen, die als Popup-Konzept getestet werden sollen
- Workshops, Seminare und kleinere Veranstaltungen
- Projekte mit gesellschaftlichem oder ökologischem Mehrwert
- Formate rund um Inklusion, Nachhaltigkeit, Bildung, soziale Innovation oder regionale Kreislaufwirtschaft
Die Nutzung ist kostenfrei. Strom, Internet, Schaufensterflächen, Sitzmöbel und bei Bedarf Arbeitsplätze stehen zur Verfügung. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Coburg begleitet interessierte Vorhaben gemeinsam mit dem Social-Startup-Hub Bayern.

Jetzt Kontakt aufnehmen
Sie kennen jemanden mit einer Gründungsidee, die gesellschaftlich oder ökologisch wirken soll? Oder Sie möchten den Raum selbst nutzen – als Büro auf Zeit, als Popup-Ladengeschäft, für Workshops oder zum Ausprobieren eines Konzepts?
Dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir besprechen gemeinsam, wie die Wirkstatt sinnvoll genutzt werden kann.
Franziska Dennstädt
Florian Eckardt



KNOWYOURCHAT
Florian Eckardt