Gut vorbereitet bei Hochwasser und Starkregen
Wie Unternehmen Risiken begrenzen und handlungsfähig bleiben können
Ein Betrieb muss nicht vollständig unter Wasser stehen, damit Hochwasser oder Starkregen spürbare Folgen haben. Bereits eine überflutete Zufahrt, ein Stromausfall oder beschädigte Technik können Betriebs- und Lieferabläufe erheblich beeinträchtigen.
Gerade Starkregen ist schwer vorhersehbar. Innerhalb kurzer Zeit können große Wassermengen über versiegelte Flächen abfließen, sich in Senken sammeln oder die Kanalisation überlasten. Betroffen sein können deshalb auch Standorte, die nicht unmittelbar an einem Fluss oder Bach liegen.
Risiken am eigenen Standort kennen
Am Anfang steht ein genauer Blick auf das Betriebsgelände: Wo könnte Wasser eindringen? Welche Bereiche sind besonders gefährdet? Zu berücksichtigen sind neben Gewässern auch tiefer liegende Zufahrten, Keller, Lichtschächte, Türen, Tore und mögliche Fließwege.
Eine erste Orientierung bieten der UmweltAtlas Bayern mit seinen Hochwassergefahrenflächen sowie die Hinweiskarte Oberflächenabfluss und Sturzflut. Sie zeigt mögliche Fließwege, Geländesenken und Aufstaubereiche bei Starkregen. Die Karten ersetzen jedoch keine individuelle Bewertung des Standorts.
Kritische Betriebsbereiche schützen
Unternehmen sollten prüfen, welche Folgen der Ausfall einzelner Bereiche hätte. Besonders wichtig sind häufig:
- Maschinen und technische Anlagen,
- Stromversorgung, Server und Steuerungstechnik,
- Lagerbestände und wassergefährdende Stoffe,
- Zufahrten und betriebliche Verkehrswege.
Je nach Standort kommen mobile Hochwasserschutzwände, Rückstausicherungen, Pumpen oder eine erhöhte Unterbringung wichtiger Anlagen infrage. Fahrzeuge und bewegliche Betriebsmittel sollten bei einer absehbaren Gefährdung rechtzeitig in sichere Bereiche gebracht werden können.

Grafik erstellt mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz
Klare Abläufe für den Ernstfall
Die Vorsorge kann an vorhandene Notfallstrukturen für technische Ausfälle oder andere Betriebsstörungen anknüpfen. Ein betrieblicher Notfallplan sollte Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Kommunikationsabläufe festlegen. Dazu gehören aktuelle Kontaktlisten, die sichere Abschaltung gefährdeter Anlagen und die Information der Beschäftigten.
Auch der Versicherungsschutz sollte regelmäßig überprüft werden. Entscheidend ist, ob Schäden an Gebäuden, Inventar und Maschinen sowie Elementarschäden und Betriebsunterbrechungen ausreichend abgesichert sind.
Sicherheit hat Vorrang
Im Ereignisfall steht der Schutz von Menschen an erster Stelle. Niemand sollte sich in Gefahr bringen, um Maschinen, Fahrzeuge oder andere Sachwerte zu retten. Die Hinweise der Behörden und Einsatzkräfte haben Vorrang.
Nach dem Ereignis sollten Schäden dokumentiert und das weitere Vorgehen mit der Versicherung abgestimmt werden. Elektrische Anlagen, Maschinen und betroffene Gebäudeteile dürfen erst nach fachlicher Prüfung wieder genutzt werden.
Informationen und Anlaufstellen
Auf unserer Homepage haben wir unter Klimafolgenanpassung für Unternehmen weiterführende Hinweise und hilfreiche Angebote zusammengestellt.

Kreisbrandinspektion Coburg